Shared Leadership: Doppelte Power durch geteilte Führungspositionen - geht das?

Das Prinzip von “Shared Leadership” ist an sich nichts Neues: Schon bei den Römern gab es stellenweise eine geteilte Führung. Heute lebt der Trend zur geteilten Führungsverantwortung erneut auf. Kein Wunder: Von besserer Arbeitsverteilung über schnellere Entscheidungsfindung bis hin zu verbesserten Erreichbarkeiten der Verantwortlichen hat Shared Leadership einige Vorteile. 

Natürlich ist gemeinsame Führung nicht für jedes Unternehmen und jede Abteilung die passende Lösung: Es gibt Solo-Manager, die eine fantastische Arbeit leisten und dies auch weiterhin tun sollten. Daneben gibt es aber unzählige Fälle und Teams, in denen Shared Leadership gut funktionieren und bestehende Probleme lösen kann. 

In diesem Blogbeitrag möchten wir deswegen auf die Vor- und Nachteile von geteilten Führungspositionen eingehen.

Was ist Shared Leadership?

Die geteilte Führung, auch bekannt als Shared Leadership, ist ein Modell der Unternehmensführung, bei dem die Aufgaben der Führungsebene auf mehrere Personen oder sogar ein ganzes Team verteilt werden. 

Anstelle einer traditionellen Organisationshierarchie von oben nach unten teilt die Gruppe die Verantwortung gleichberechtigt. Das hat zum Vorteil, dass sich jedes Mitglied der Führungsebene einem bestimmten Thema, seinem Fachgebiet, widmen kann - was sich am Ende nicht nur positiv auf das Endergebnis, sondern oft auch auf die persönliche Motivation auswirkt.

Vorteile einer geteilten Führung

Organisationen, die sich für eine Dezentralisierung der Führung entschieden haben, konnten große Vorteile verzeichnen. Unter anderem:

  • Das Engagement der Arbeitnehmer nimmt zu. In dem Moment, in dem die Arbeitnehmer das Gefühl haben, dass ihre Beiträge, ihr Know-how und ihre Meinung berücksichtigt werden, vervielfacht sich ihr Engagement.

  • Sie fördert die persönliche Entwicklung. Wenn sie mehr Verantwortung übernehmen, gewinnen die Betroffenen automatisch neue Stärken und Fähigkeiten.

  • Es fördert die Kreativität und die gemeinsame Arbeit. Die Arbeitnehmer bemühen sich, interessante Beiträge zu verfassen, die für Gesprächsstoff sorgen.

  • Sie erleichtert die Entdeckung neuer Führungskräfte. Man sagt, dass man allein durch Beobachtung mehr über eine Person erfahren kann, als wenn man mit ihr spricht. Es ist eine sehr einfache Methode, um herauszufinden, welche Strategien und Haltungen jeder Mensch angesichts von Widrigkeiten an den Tag legt.

  • Sie garantiert die Akzeptanz der getroffenen Entscheidungen. In einer Zeit, in der die Entscheidungsfindung demokratisiert ist, ist es unangebrachter, sich zu "beschweren", wenn man mit etwas nicht einverstanden ist, da man an der Entscheidung mitgewirkt und seine Sichtweise eingebracht hat.

  • So wird eine Arbeitsüberlastung vermieden. Dies gilt insbesondere für leitende Angestellte, zumal sie ihre Aufgaben nach Prioritäten ordnen und die Aufgaben, die sie für notwendig halten, delegieren können.

Nachteile und Risiken von Shared Leadership

Natürlich hat Shared Leadership nicht nur Vorteile, sondern auch Risiken - nicht umsonst heißt es “zu viele Köche verderben den Brei”. Hier stellen wir einige Risiken vor, bevor wir im nächsten Schritt darauf eingehen, wie man diese Risiken minimieren und Geteilte Führung erfolgreich umsetzen kann. 

  • Unklare Verantwortlichkeiten: Vor allem, wenn von einer konventionellen Unternehmenshierarchie auf eine geteilte Führungsposition umgestellt wird, kann es schnell passieren, dass einzelne Bereiche nicht klar aufgeteilt werden und so Verantwortlichkeiten unklar sind, was zu Unsicherheit und Verwirrung im Team führen kann. 

  • Richtiges Handeln bei Uneinigkeit: Sobald mehr als eine Person an einer Entscheidung beteiligt ist, kann - und wird - es zwangsläufig irgendwann passieren, dass sich die Entscheider nicht einig sind. Das kann zu Konflikten und Reibereien führen und für schlechte Stimmung, aber auch für ein suboptimales Ergebnis sorgen. 

  • Eventuell höhere Personalkosten im Unternehmen: Oft geht mehr Verantwortung mit einem höheren Gehalt einher. Wird die Führungsposition geteilt, kann das im Gesamtergebnis zu höheren Personalkosten führen.

Shared Leadership einführen: So kann die geteilte Verantwortung zum Erfolg führen 

Wenn mit der Entwicklung einer gemeinsamen Führung in einer Organisation begonnen wird, müssen drei grundlegende Säulen berücksichtigt werden:

Förderung der Transparenz

Transparenz ist der Schlüssel zu Vertrauen und Mitarbeiterzufriedenheit. Wenn alle Mitarbeiter die Situation, die Ziele und die Perspektive eines Unternehmens kennen, sind alle Beteiligten auf derselben Seite.

Schaffung einer sicheren Umgebung

Ein sicheres Umfeld bedeutet, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen, wenn sie ihre Meinung in einer offenen Diskussion einbringen. Großartige Ideen kommen oft von den Menschen, die die tägliche Arbeit erledigen, weil sie folglich die meiste Erfahrung aktiv sammeln können. Sie sind auch häufig die Ersten, die bemerken, wenn etwas nicht richtig funktioniert. Wenn die Mitarbeiter das Gefühl haben, dass ihre Ideen gehört werden und willkommen sind, profitiert das Team von ihrem Feedback.

Unterstützung der Autonomie der Mitarbeiter

Die Förderung der Autonomie bedeutet, dass die Arbeitnehmer einen Teil der Entscheidungen über ihre Arbeit selbst treffen können. In der Tat können die meisten Unternehmen davon profitieren, wenn sie in bestimmten Bereichen mehr Autonomie erhalten.

Gemeinsame Werte und Ziele

Grundvoraussetzung für den Erfolg ist, dass alle Führungskräfte - aber auch das gesamte Team - an einem Strang ziehen und gemeinsam in die gleiche Richtung gehen. Das bedeutet gemeinsame Werte und Ziele, aber auch Vertrauen darauf, dass alle gemeinsam auf diese Ziele hinarbeiten und ihr Bestes geben.

All diese Dinge sind natürlich nicht automatisch vom ersten Tag an vorhanden, sondern müssen aktiv erarbeitet und etabliert werden - wie jede andere gesunde Unternehmenskultur und jeder Führungsstil erfordert also auch Shared Leadership eine Portion Arbeit und nicht selten einige Monate der Umstellung. 

Shared Leadership bei Kindly

Bei Kindly setzen wir schon seit Tag eins auf geteilte Verantwortung - als kleines Team haben wir uns bewusst gegen jede Art von Hierarchie entschieden und stattdessen verschiedene Aufgabenbereiche und Fachgebiete gleichwertig aufgeteilt. 

Für uns bedeutet das: Das gesamte Team kann zu jeder Zeit und in jedem Bereich Feedback geben und eigene Ideen und Anregungen einbringen, die Entscheidungshoheit liegt aber in erster Instanz beim jeweiligen Spezialisten und - nach Einführung eines neuen Features - letztendlich bei unseren Nutzer:innen. So trifft zum Beispiel unser Design-Spezialist alle finalen Design-Entscheidungen und wir validieren neue Designs und Features im Nachgang mit Nutzerumfragen. 

Am Ende hängt der richtige Führungsstil natürlich stark von den Aufgabenbereichen, der Unternehmensgröße und der allgemeinen Unternehmenskultur ab und jedes Team muss hier für sich die passende Lösung finden. 

Ich würde mich sehr freuen, zu hören, wie ihr die Führung und Verantwortung bei euch aufgeteilt habt - vielleicht hören wir uns mal auf LinkedIn? :) 



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